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Lernen

Die Quellen, die wir tatsächlich empfehlen

Kein Best-of-Listicle. Sondern das, woraus wir selbst gelernt haben — und wo es aufhört zu helfen.

Es gibt zu viel Startup-Content. Das meiste davon ist Unterhaltung, die sich wie Lernen anfühlt: Gründergeschichten, rückwärts erzählt, in denen alles logisch aussieht, weil man das Ende schon kennt.

Was tatsächlich hilft, ist eine kleine Menge Material, das entweder ein Handwerk erklärt oder eine Denkweise vermittelt. Hier ist die Liste, die wir Leuten geben, die bei uns anfangen. Sie ist nach Disziplinen sortiert, und zu jeder Quelle steht dabei, wofür sie taugt — und wofür nicht.

Wenn du dich für unsere Programme interessierst: Du musst das nicht gelesen haben. Aber wenn dich beim Durchscrollen mindestens drei Punkte reizen, ist das ein gutes Zeichen.

Denken und Grundlagen

1 · Paul Graham, Essays Der Ausgangspunkt für fast alles. Besonders relevant: die Texte über Ideen, über Wachstum und darüber, Dinge zu tun, die nicht skalieren. Vieles davon ist zwanzig Jahre alt und trotzdem präziser als das meiste von heute. Wo es aufhört: Sehr auf das Silicon-Valley-Modell zugeschnitten. Für ein bootstrapped Geschäft in Deutschland musst du übersetzen.

2 · Y Combinator, Startup Library und Startup School Kostenlos, strukturiert, unaufgeregt. Die Vorträge zu Nutzergesprächen, zu ersten Kunden und zu Metriken sind Handwerk, kein Motivationsmaterial. Wo es aufhört: Alles ist auf Software und Runden ausgelegt. Dienstleistung, Handel und Marktplätze kommen kaum vor.

3 · Rob Fitzpatrick, „The Mom Test” Das nützlichste dünne Buch über Kundeninterviews, das es gibt. Erklärt, warum die meisten Gespräche mit potenziellen Kunden wertlos sind — und wie man sie stattdessen führt. Warum es hier steht: Kein anderes Buch verhindert so viele vergeudete Monate.

4 · Shane Parrish, Farnam Street Mentale Modelle, Entscheidungsqualität, Second-Order-Denken. Nichts davon ist startup-spezifisch, und genau deshalb hält es länger.

5 · Daniel Kahneman, „Schnelles Denken, langsames Denken” Wenn du verstehen willst, warum du systematisch falsch schätzt, wie lange etwas dauert und wie gut deine Idee ist.

Geschäftsmodelle und Unit Economics

6 · Alex Hormozi, „$100M Offers” und „$100M Leads” Die beste Erklärung dafür, wie ein Angebot gebaut wird, das sich von selbst verkauft — und wie Leadgenerierung mechanisch funktioniert. Sehr konkret, sehr anwendbar. Wo es aufhört: Der Personal-Brand-Teil drumherum ist laut und lässt sich ignorieren. Nimm die Mechanik, lass den Rest.

7 · David Skok, For Entrepreneurs Die klarsten Erklärungen zu CAC, LTV, Payback und Kohortenlogik im Netz. Wenn du eine Sache aus dieser Liste durcharbeitest, dann diese.

8 · Andrew Chen, „The Cold Start Problem” Wie Netzwerkeffekte entstehen und warum Marktplätze am Anfang so zäh sind. Pflicht, wenn du in diese Richtung denkst.

9 · Jim Collins, „Good to Great” Alt, streckenweise überinterpretiert, aber die Kernfrage bleibt richtig: Was macht ein Unternehmen dauerhaft gut statt kurz erfolgreich.

10 · Stripe Atlas Guides und a16z Marketplace 100 Kurze, saubere Erklärstücke zu Preismodellen, Take Rates und Marktplatzmechanik.

Paid Marketing

11 · Meta Blueprint Die offizielle Ausbildung von Meta. Trocken, aber die Grundlagen zu Kampagnenstruktur, Zielgruppenlogik und Attribution sitzen danach.

12 · Google Skillshop Dasselbe für Google Ads. Besonders die Module zu Suchkampagnen und zu Smart Bidding.

13 · Common Thread Collective, Content und Podcast Wie man E-Commerce-Werbung auf Deckungsbeitrag steuert statt auf ROAS. Einer der wenigen Orte, an denen ehrlich über Marge gesprochen wird.

14 · Andrew Faris, „Ad Buyers Journey” Fokussiert auf die Frage, die den Unterschied macht: Was darf ein Kunde kosten, und ab wann verdienst du an ihm.

15 · Motion und Foreplay, Creative-Analysen Beide Anbieter veröffentlichen regelmäßig Auswertungen dazu, welche Creatives funktionieren und warum. Nützlich, um ein Auge dafür zu bekommen.

Organic, SEO und Content

16 · Ahrefs Blog und YouTube-Kanal Handwerklich sauber, wenig Mythos. Der beste kostenlose Einstieg in SEO.

17 · Marketing Examples von Harry Dry Kurze Fallbeispiele, wie Marken tatsächlich formulieren. Man lernt hier mehr über Positionierung als in den meisten Büchern.

Copywriting

18 · Eugene Schwartz, „Breakthrough Advertising” Der Klassiker über Bewusstseinsstufen von Kunden. Schwer zu bekommen, sperrig geschrieben, und trotzdem das Fundament fast aller modernen Werbetexte.

19 · Joseph Sugarman, „The Adweek Copywriting Handbook” Zugänglicher als Schwartz und praktisch sofort anwendbar.

20 · Copyhackers Wie man Texte testet, statt über sie zu diskutieren.

Vertrieb

21 · Mark Roberge, „The Sales Acceleration Formula” Vertrieb als System: Einstellung, Onboarding, Steuerung, Prognose. Wenn du wissen willst, wie ein Vertriebsteam gebaut wird, statt nur zu verkaufen.

22 · Chris Voss, „Kompromisslos verhandeln” Verhandeln als Handwerk. Funktioniert im Verkauf genauso wie beim Gehaltsgespräch und bei Lieferanten.

23 · Aaron Ross, „Predictable Revenue” Etwas in die Jahre gekommen, aber die Trennung der Vertriebsrollen wird bis heute so gebaut.

Produkt, Tech und KI

24 · Marty Cagan, „Inspired” Was Produktarbeit tatsächlich ist — und warum die meisten Roadmaps das Gegenteil davon sind.

25 · Lenny’s Newsletter Breit, praxisnah, gut recherchiert. Besonders die Beiträge zu Growth-Loops und zu Produktentscheidungen.

26 · Anthropic und OpenAI, Dokumentation und Cookbooks Wenn du KI im Maschinenraum einsetzen willst, sind die offiziellen Anleitungen der schnellste Weg. Deutlich nützlicher als das meiste, was auf LinkedIn dazu kursiert.

27 · Simon Willison, Blog Einer der wenigen, die über KI-Werkzeuge schreiben, ohne zu übertreiben. Gut, um einzuschätzen, was wirklich geht.

Zahlen und Analytik

28 · Brian Balfour, Reforge-Essays Growth als System aus Produkt, Kanal und Modell. Erklärt, warum eine Taktik in einem Geschäft funktioniert und im nächsten nicht.

29 · SQL, irgendein Grundkurs Unglamourös und einer der größten Hebel überhaupt. Wer seine Daten selbst abfragen kann, wartet nicht auf Antworten.

Und was du nicht brauchst

Gründer-Podcasts, in denen jemand rückwärts erzählt, wie alles kam. Sie sind unterhaltsam und lehren fast nichts, weil die entscheidenden Momente in der Erinnerung geglättet werden.

Content über Morgenroutinen, Disziplin und Mindset. Wenn du beim Lesen dieser Liste bis hierher gekommen bist, hast du das Problem nicht.

Alles, was verspricht, dass es schnell geht.

Abschluss

Diese Liste ersetzt keine Praxis. Man lernt Unternehmertum nicht durch Lesen — man liest, um weniger Zeit an Stellen zu verlieren, an denen andere schon waren.

Genau deshalb bilden wir aus, statt fertige Gründer zu suchen: Weil der Rest nur am echten Geschäft entsteht.

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