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Warum wir lieber Rohdiamanten nehmen als fertige Profile
Warum wir auf Menschen mit steiler Kurve setzen — und wo diese Wahl an ihre Grenze kommt.
Wir könnten Leute einstellen, die alles schon können. Es gibt sie, sie sind teuer, und in einem Studio unserer Größe wären sie die naheliegende Wahl.
Wir machen es trotzdem anders. Hier ist die Begründung — inklusive der Stellen, an denen sie nicht trägt.
Was ein fertiges Profil mitbringt
Jemand mit acht Jahren Erfahrung in einer Disziplin bringt Mustererkennung mit. Er hat gesehen, wie Dinge schiefgehen, und erkennt es früher. Das ist wertvoll, und in manchen Rollen ist es unersetzlich.
Es bringt aber auch etwas anderes mit: eine gewachsene Vorstellung davon, wie Dinge zu laufen haben. In einem Umfeld, in dem vieles noch nicht entschieden ist, wird diese Vorstellung oft zum Reibungspunkt statt zum Vorteil.
Was wir stattdessen suchen
Menschen mit steiler Lernkurve. Konkret heißt das: Jemand hat in kurzer Zeit etwas erreicht, das man nicht durch Anwesenheit bekommt.
Das kann ein Nebengeschäft sein, das drei Jahre lief. Ein Sport auf einem Niveau, das Struktur verlangt hat. Ein Studium neben einem Vollzeitjob. Ein Startup, das gescheitert ist, über das die Person aber differenziert sprechen kann.
Was diese Beispiele verbindet, ist nicht das Ergebnis, sondern die Rate. Wie viel jemand aus einer gegebenen Zeit herausholt, ist eine deutlich stabilere Größe als das, was er heute schon kann.
Was das für uns bedeutet
Es kostet mehr Zeit. Ausbildung ist Arbeit, und sie wird von Leuten geleistet, die auch anderes zu tun hätten. Das ist der Preis, und wir zahlen ihn bewusst.
Es geht öfter schief. Nicht jeder mit steiler Kurve setzt sie bei uns fort. Manche merken, dass ihnen die Struktur fehlt. Andere wollten das Umfeld, nicht die Arbeit.
Es zahlt sich später aus. Wer bei uns ausgebildet wurde, kennt nicht nur eine Disziplin, sondern versteht, wie sie zusammenhängen. Das ist genau das, was man braucht, um ein Geschäft zu führen — und was man in einer Spezialistenrolle nicht lernt.
Wo diese Wahl an ihre Grenze kommt
Es gibt Aufgaben, für die man Erfahrung nicht ersetzen kann. Eine Krise in einem laufenden Geschäft. Ein Verhandlungstisch, an dem gegenüber jemand mit zwanzig Jahren Übung sitzt. Eine technische Architekturentscheidung, deren Folgen sich erst in zwei Jahren zeigen.
Für solche Situationen brauchst du jemanden, der es schon einmal erlebt hat. Deshalb ist unsere Antwort nicht „nur Rohdiamanten”, sondern: Menschen mit steiler Kurve, die neben Leuten arbeiten, die es können. Beides einzeln funktioniert nicht.
Und ehrlich: Die Grenze verläuft nicht immer dort, wo man sie vermutet. Manchmal löst jemand mit acht Wochen Erfahrung ein Problem besser, weil er nicht weiß, dass es angeblich nicht geht.
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